Einblicke...



07.08.2016
Hier drei Beispiele, welche den unten stehenden Text ergänzen.



Einblicke...

...in die Arbeit einer Theatergruppe

Das Stück war ein Erfolg, man hat ausgiebig denselben gefeiert, so haben sie es gerne. Aber alles, was sie sich während monatelanger Proben erarbeitet haben, soll nun vergessen sein? Wieder einmal sind die Vornerum-Schauspieler nach einer Premiere und den folgenden Aufführungen in ihr berühmtes "Loch" gefallen.

Was nun? Wir machen sofort weiter! So ist die einhellige Meinung in der Truppe. Die Lust am Spielen ist unbändig, und man war schon während der letzten Probenphasen am Überlegen: Wer wird der nächste Regisseur - die nächste Regisseurin? Einmal gefunden, lässt sich der (die) Engagierte nicht viel Zeit mit dem Beginn der Proben.
Endlich geht's los! Die Proben beginnen, und die Montagabende sind wieder ausgefüllt. Die erste Begegnung mit dem Regisseur ist immer spannend. Was hat er vor? Können wir gut miteinander? Gibt es Überlegungen für ein Stück? Manchmal hat die Gruppe einen Wunsch, oft hat der Regisseur die Idee. Die Stadtbibliothek ist eine gute Quelle für neue Stücke, Bücher und Fachzeitschriften werden gewälzt. Nach wenigen Montagen im Proberaum des Forums der Geschwister-Scholl-Schule steht es fest: Man hat sich geeinigt, das Stück ist ausgewählt. Es geht nun in die Phase der Rollenfindung. Mit Übungen in Mimik, Körpersprache und Improvisationen nähern sich die Akteure verschiedenen Rollen aus dem neuen Stück, die ihnen interessant scheinen, die ihnen "passen". Schließlich spielen alle alles, der Regisseur beobachtet das Ganze, macht Notizen und hat manchmal insgeheim eine Rollenverteilung schon vorgenommen. Jeder kann jedoch seine Wünsche äußern, und es ergibt sich dann oft von selbst, dass genau die Rollen gefunden werden, die für den Spieler geeignet sind. Häufig stimmen Schauspielerwunsch und Regisseurvorstellung überein.

Jetzt kann's losgehen: Was im Spiel zunächst nach einer gewissen Leichtigkeit aussieht, ist von Probe zu Probe nicht selten harte "Arbeit". Nach Improvisationen zur gefundenen Rolle und einer oft phantasievollen Selbstentdeckung geht es ans "Eingemachte". Die Spieler versuchen, Gespür für die Rolle und ihren Charakter zu entwickeln, sich ihrem "alter ego" zu nähern. Dabei entdecken sie oft ungeahnte Seiten an sich, die neu für sie sind und mit denen sie sich erst vertraut machen müssen. Andererseits wird der Ehrgeiz angespornt, die sich selbst gestellte Aufgabe bestens zu lösen. Und das ist gut so. Denn die Freude am Spiel, am Sich-Verändern und vielleicht auch am Sich-Selbst-Erkennen oder -Finden überwiegt stets. Schließlich mündet auch die intensivste Rollenverarbeitung meistens im ganz profanen Textlernen. Und jeder hat eine Strategie entwickelt, wie der Text am besten "hängen" bleibt: der eine spricht ihn sich auf Band vor und hat ihn stets bei sich, der andere braucht ständig ein Gegenüber, der ihm antwortet. Wenn die Texte sitzen, die szenische Arbeit beendet ist, die Kostüme gefunden sind, das Bühnenbild steht und der Regisseur zufrieden ist, ist es dann soweit. Man trifft sich zum ersten Mal am Original-Spielort. Die Wege sind plötzlich weiter oder kürzer als im Proberaum, und man muss sich neu orientieren. Jetzt erarbeitet man sich die letzte Sicherheit. Dann ist mit einem Mal der Premierentag da. Alles ist wieder viel zu schnell gegangen. Es folgen die übrigen Aufführungen, man freut sich, und alles beginnt wieder von vorn für VORNERUM.

Wer Lust hat, Theater zu spielen und beim nächsten Stück dabei zu sein, kann sich entweder nach einer der nächsten Aufführungen bei der Gruppe melden oder sich telefonisch oder per E-Mail an den Verein oder ein Vereinsmitglied wenden.

Ambitionierte Amateurschauspieler mit oder ohne Erfahrung, die an einer Mitarbeit bei VORNERUM interessiert sind, erreichen uns per Telefon unter 06251 / 856371 oder per E-Mail: vornerum("et")gmx(punkt)de