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wie aus dem Stück „Hinnerum“ die Theatergruppe „vornerum“ entstand

Ensemble „Hinnerum“ 1992

Alles begann 1991 mit der Intention des damaligen Kulturdezernten der Stadt Bensheim Arno Fischer, eine eigene Theatergruppe unter professioneller Leitung ins Leben zu berufen. Mit dem Theaterpädagogen Frank Müller konnte man einen qualifizierten Regisseur für dieses Projekt gewinnen, und mehr als 20 Mitspieler fanden sich nach einem Presseaufruf auch sehr schnell ein. Was damals mit Hilfe des ehemaligen Stadtarchivars Diether Blüm nach 1-jähriger Probenarbeit im Walderdorffer Hof als Freilichtaufführung zum Besten gegeben wurde, war ein Stück Stadtgeschichte mit dem Titel „Hinnerum – Dilltapp und die Fraa vun Bensem“. Die Resonanz auf diese stets ausverkauften Aufführungen war überwältigend und ist auch heute noch vielen Bensheimern in bester Erinnerung.

Nach der 2. Produktion eröffnete uns die Stadt Bensheim dann aber, dass dies leider die Letzte unter städtischer Regie war – wir waren finanziell nicht mehr tragbar.

Doch damit wollte die Gruppe sich nicht abfinden. „Was wir uns in 3 Jahren erarbeitet und aufgebaut haben“, so die theaterbegeisterten Amateurschauspieler, „können wir doch nicht so mir nichts dir nichts sterben lassen.“

Im März 1994 gründeten sie den Verein „vornerum Amateurtheater Bergstraße e.V.“ mit dem festen Vorhaben, die Theaterarbeit jeweils unter Leitung eines theatererfahrenen Regisseurs fortzuführen.

Seitdem ist „vornerum“ eine für jedermann offene Theatergruppe. Ohne festen Spielort oder gar eigenem Theater, aber immer mit dem Ziel die Spielfreude und Weiterentwicklung der Mitspieler in den Mittelpunkt zu setzen und jedes Jahr ein qualitativ anspruchsvolles Stück zur Aufführung zu bringen.

Vereinsgründung „vornerum“ im Weingut Mohr – der erste Vorstand

Eine Rolle wird gefunden – ein Stück entsteht

Die erste Begegnung mit dem Regisseur ist immer spannend. Was hat er vor? Können wir gut miteinander? Gibt es bereits Überlegungen für ein Stück? Manchmal hat die Gruppe einen Wunsch, oft hat der Regisseur die Idee, doch wir werden uns immer einig.

Und nun wird es ernst. Denn was im Spiel nach einer gewissen Leichtigkeit aussieht, ist von Probe zu Probe immer wieder harte „Arbeit“. Nach Improvisationen zur gefundenen oder zugeteilten Rolle versuchen wir, Gespür für diese und ihren Charakter zu entwickeln. Dabei entdecken wir oft ungeahnte Seiten an uns, mit denen wir uns und unsere Mitspieler erst vertraut machen müssen. Doch die Freude am Spiel, am Sich-Verändern und am Einmal-Jemand-Anderer-Sein überwiegt stets und schließlich mündet auch die intensivste Rollenerarbeitung im ganz profanen und trockenen Text lernen.

Wenn dieser endlich sitzt, die szenische Arbeit beendet ist, die Kostüme gefunden sind, das Bühnenbild steht und der Regisseur zufrieden ist, dann wird es spannend. Wir treffen uns zum ersten Mal am Original-Spielort. Dort sind die Wege plötzlich weiter oder kürzer als im Probenraum, Auf- und Abgänge müssen geändert werden, wir müssen uns neu orientieren.

Dann ist mit einem Mal Premiere. Alles ging wieder viel zu schnell – und alles beginnt wieder von vorne für VORNERUM.

Hier ein paar Beispiele:

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